Krankheiten


Für welche Krankheiten zeigt sich der Malteser anfällig?

Der Malteser sieht zwar zart und empfindlich aus, der Eindruck täuscht jedoch. Denn unter der weißen weichen Fassade verbirgt sich ein überraschend robuster und gesunder Hund.

Der mit einer Lebenserwartung von etwa 12 bis 16 Jahren auch sehr langlebig ist.

Für einige Krankheiten und Probleme zeigt er sich dennoch anfällig. Diese schließen die Folgenden ein:

- Reizungen und Infektionen der Augen
- Erkrankungen der Haut
- Patellaluxation
- Zahnfehlstellungen und -verlust
- Dehydrierung


Hierbei handelt es sich nicht um Malteser Erbkrankheiten.

Die Augen des Maltesers

Im Verhältnis zum Rest des Körpers, hat der Malteser große Augen. Das ist zwar niedlich, vor allem in Verbindung mit dem langen Haar jedoch auch problematisch. Fellhaare hängen den kleinen Vierbeiner häufig in die Augen.
Dabei wirken sie natürlich selbst als reizender Fremdkörper, bringen jedoch ebenfalls Schmutz und Krankheitserreger mit sich. Selbst ohne diese kommt es aufgrund der verhältnismäßig großen Augenoberfläche zu vielen eingetragenen Partikeln.

Es ist daher keine Seltenheit, dass der Malteser unter:

- Starkem und / oder anhaltendem Tränenfluss
- Geröteten Augen
- Juckreiz
- Eitrigem Ausfluss
- Trockene Augen
- Akuten oder chronischen Bindehautentzündungen 


leidet. Diese Probleme sind nicht nur unangenehm oder gar schmerzhaft, sie können vor allem langfristig auch bleibende Schäden nach sich ziehen. Geschwüre, Narben, Ablösungen der Hornhaut und Ausbreitungen von Infektionen auf andere Gewebe sind möglich.
Um eben dies zu verhindern, sind Vorbeugung und Kontrollen unerlässlich.

Die folgenden Tipps helfen dabei.

1. Die Augen haarfrei halten.

Ob die Haare des Maltesers durch eine Spange oder einen Haargummi zurückgehalten oder direkt so gekürzt werden, dass sie nicht mehr zum Fremdköper werden können, ist in erster Linie Geschmackssache. Wer sich für einen Gummi oder eine Haarspange entscheidet muss allerdings darauf achten, dass diese niemals zu straff sitzen. Werden Fell und Haut nach oben gezogen, haben Schmutz und Keime nur noch leichteres Spiel. Zudem bereit eine derartige Frisur – solange sie nicht ständig ausgebessert und mit viel Fingerspitzengefühl angebracht wird – dem Vierbeiner Schmerzen. Der damit verbundene Aufwand für den Zweibeiner ist ebenfalls nicht zu unterschätzen.

2. Die Malteser Augen sind täglich zu reinigen.

Spätestens bei windigen Wetterlagen fällt auf, dass die Augen der Malteser Schmutz magisch anziehen. Staub, Fusseln, lose Haare, kleine Erdpartikel oder winzige Pflanzenteile – diese und mehr finden sich nicht selten in den Augen der Hunde.
Weiche, fusselfreie Tücher und spezielle Augenreiniger, aus dem Fachhandel, der Apotheke oder der Tierarztpraxis, gehören aus diesem Grund stets in die Griffweite eines Malteserbesitzers.
Die Reinigungslösung wird zum Herausspülen der Fremdkörper benutzt, die Tücher dienen dem Auswischen der Augenwinkel. Diese Pflegemaßnahme muss nach Bedarf erfolgen. Sie kann also mehrmals täglich fällig werden.

3. Tägliche Augenkontrollen sind erforderlich.

Bevor in die Malteser Hausapotheke nach Tuch und Reiniger gegriffen wird, sollte eine Kontrolle beider Augen erfolgen. Zeigt sich starker Tränenfluss oder wirken die Augen trocken?
Ist die Bindehaut zart rosa getönt oder stark gerötet? Sind die Lider geschwollen oder gerötet? Auch auf Verletzungen der Hornhaut hin ist zu kontrollieren. Trockenheit, Entzündungen oder Schäden werden so schon frühzeitig erkannt und können entsprechend erfolgreicher behandelt werden.

Tipp: Sowohl für die Reinigung als auch die Kontrolle sind saubere Hände und Hilfsmittel notwendig. Anderenfalls werden erst recht Keime eingetragen.


Hautkrankheiten Malteser

Ebenso wie die Erkrankungen der Augen sind auch die Hautprobleme beim Malteser zumeist auf das Haar zurückzuführen.
Das dichte, weiche Fell wirkt schnell als allzu isolierende Schicht. Vor allem, wenn es nicht durch tägliche Pflege von Schmutz, Fremdköpern und losen Haaren befreit und vor dem Verfilzen bewahrt wird.

Fehlt das regelmäßige Bürsten und Kämmen, führen Schmutz und Wärme zu Juckreiz. Durch das folgende Kratzen wird die Haut verletzt und es kann zu Entzündungen kommen.
Die beste Vorbeugung gegen derlei Probleme ist eine entsprechende Fellpflege. Wird der Malteser täglich gebürstet bleibt die Haut in der Regel gesund.

Tipp: Wird das Fell des Maltesers kurz gehalten, werden zwar Scheren oder Besuche beim Hundefriseur fällig, der Pflegeaufwand reduziert sich jedoch erheblich.

Die Patellaluxation beim Malteser

Hinter dem Begriff Patellaluxation verbirgt sich das schmerzhafte Herausspringen oder Verschieben der Kniescheibe. Verantwortlich hierfür ist eine Schwäche der Bänder oder eine Fehlstellung des Gelenks. Übergewicht und Fehlbelastungen können eine Patellaluxation begünstigen.
Mögliche präventive Maßnahmen sind daher eine ausgewogene und mengenmäßig angepasste Ernährung des Maltesers und die richtige körperliche Auslastung.

Das heißt allerdings nicht, dass der Malteser ständig ‘geschont’ werden sollte. Denn fehlen die Muskeln kann es erst recht zu einer Patellaluxation kommen.
Ausgedehnte Spaziergänge auf unterschiedlichen Untergründen und Spiele gehören auf das tägliche Programm. Derlei Bewegung baut Muskulatur auf, kurbelt die Durchblutung und Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff an.

Langes Treppensteigen oder Sprünge auf hartem Boden sind hingegen schädlich – vor allem aber nicht nur – während des Wachstums.

Der Malteser und Zahnprobleme

Ebenfalls eher typisch für kleine Hunderassen als speziell für den Malteser sind Probleme im Bereich der Zähne. Fehlstellungen, Zahnstein und frühzeitiger Zahnverlust treten verhältnismäßig häufig auf.

Um dies zu verhindern oder das Risiko zumindest zu reduzieren, ist eine umfassende Vorbeugung von Nöten.

1. Die richtige Ernährung.

Eine Ernährung ohne Zucker und große Mengen Stärke verringert das Auftreten von Zahnstein und bakteriellen Belägen im Mundraum. Gerade Hunde-Leckerlies und menschliche Essensreste enthalten häufig Zucker und sollten daher dementsprechend ausgewählt werden.

2. Wasser, Wasser, Wasser.

Wasser ist nicht nur lebensnotwendig, es spült Zahnfleisch und Zähne des Maltesers auch ab und entfernt dabei Futterreste und Keime. Frisches, sauberes Wasser sollte daher jederzeit zur Verfügung stehen.

3. Reinigung und Kontrolle.

Im Umfang der täglichen Pflege sollten auch eine Kontrolle der Zähne und deren Reinigung enthalten sein. Zahnstein, Entzündungen und andere Probleme können so vermieden oder zumindest frühzeitig erkannt werden. Lassen sich Beläge selbst nicht entfernen, kann der Tierarzt weiterhelfen.

4. Selbstreinigung fördern.

Mit den richtigen Artikel, wie beispielsweise Kauwurzeln, getrockneter Rinderhaut, Pansen, Geweihstücken oder Trockenfleisch ohne Zusätzen, kann die Selbstreinigung gefördert werden.
Denn bei diesen handelt es sich um funktionale Snacks, die als natürliche Zahnbürsten fungieren. Die Kauarbeit an ihnen regt den Speichelfluss an und entfernt zumindest weiche Beläge von den Zähnen.

Tipps: Der Malteser sollte bereits als Welpe oder direkt bei seinem Einzug an die Zahnpflege gewöhnt werden. Denn treten erst einmal Probleme und Schmerzen auf, wird der Blick ins Maul anderenfalls zum Kampf.

Unbehandelte Zahnprobleme können zu Erkrankungen des Herzens führen. Schlechte Zähne verkürzen also das Leben des Maltesers.
Dichtes Fell und Dehydrierung
Wird das Haar des Maltesers lang belassen, kommt es einem dicken Wintermantel gleich. Selbst bei normalen Zimmertemperaturen und wenig Bewegung kann sich der Malteser also überhitzen. Um dies auszugleichen wird der Vierbeiner häufig hecheln. Die dabei verlorene Flüssigkeit muss zeitnah durch reichlich Wasser ausgeglichen werden. Anderenfalls trocknet der Hund innerlich aus.

Zu wenig Wasser kann zudem zu einer ganzen Reihe weiterer Erkrankungen führen. Eine gut gefüllte, saubere Trinkschale muss daher stets bereit stehen.

Gibt es typische Malteser Erbkrankheiten?

Typische Malteser Erbkrankheiten, die nur bei dieser Hunderasse auftreten existieren nicht. Die kleinen Begleithunde haben aber eine leicht erhöhte Anfälligkeit zu einigen spezifischen Gesundheitsproblemen.

Darunter:

- Fehlbildungen der Gefäße, wie PDA (persistierender Ductus arteriosus und Portosystemischer Shunt Fehlendes Absteigen eines oder beiden Hoden, Cryptorchidismus

- Ständiges oder bereits bei leichtem Stress auftretendes Zittern – vor allem bei weißen Hunderassen, idiopathische Zerebellitis oder White Shaker Syndrom

- Überproduktion des Stresshormons Kortison, auch Morbus Cushing genannt Wasserkopf

Die Wahl eines seriösen Malteser Züchters kann das Risiko verringern. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den Tierarzt helfen dabei, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls erfolgreicher zu behandeln. Die rassetypischen Krankheiten beim Malteser lassen sich aber weder in jedem Fall vermeiden noch heilen.

Wann muss der Malteser zum Arzt gehen?

Außer den Terminen zur Impfung, Entwurmung und Kontrolluntersuchung muss der Malteser immer dann zum Tierarzt, wenn:

- Er unter Fieber leidet
- Eine plötzliche Verhaltensänderung auftritt
- Fressen und / oder Wasser verweigert werden
- Apathie oder Unruhe auftreten
- Verletzungen vorliegen
- Einschränkungen der Bewegung auffallen
- Entzündungen, Ausfluss oder Eiter auftreten
- Schmerzen auftreten
- Durchfall oder Erbrechen sehr stark ausfallen oder in milder Form länger als einen Tag anhalten
- Fremdköper selbst nicht entfernt werden können
- Bei Entzündungen der Augen und Ohren


Die wohl häufigsten Gründe für einen Besuch des Tierarztes sind – neben den bereits genannten Malteser Krankheiten – Durchfall, Erbrechen und Ohrenentzündungen. Es lohnt sich daher, auch die Ursachen für diese Probleme zu kennen.

Durchfall und Erbrechen – Auslöser und Behandlungsmöglichkeiten

Sowohl für Erbrechen als auch Durchfall kommt eine ganze Reihe von Ursachen infrage.

- Ein bakterieller oder virueller Infekt
- Stress
- Hitze oder Kälte
- Unverträglichkeiten und Allergien
- Aufnahme von giftigen Stoffen
- Parasiten
- Fressen von Unverdaulichem
- Ein zu schneller Futterwechsel
- Chronische Erkrankungen des Magen-darm-Trakts


Eine sinnvolle und gezielte Behandlung kann erst erfolgen, wenn die Ursache sicher diagnostiziert wurde.

Dafür sind im Normalfall tierärztliche Untersuchungen von Nöten. Je nach Auslöser können Ruhe, ein Ausgleich der Temperatur, Diät-Futtermittel, Antibiotika oder eine Wurmkur erforderlich sein.

Ohrenentzündungen – Ursachen und Therapie

Ohrenentzündungen äußern sich nicht nur bei dem Malteser durch Kopfschütteln, häufiges Kratzen am Ohr, gerötete Haut und einen üblen Geruch. Für sie können folgende Auslöser verantwortlich sein.

- Parasiten oder Keime, wie Milben, Pilze und Bakterien
- Fremdkörper, wie Pflanzenteile
- Allergien
- Zu viele Haare, eine zu große Menge Ohrenschmalz oder ein nicht ausreichend weiter Gehörgang


Auch hier ist die Behandlung abhängig von der jeweiligen Ursache. Eine Entfernung des Fremdkörpers, der Haare oder des Ohrenschmalzes, eine lokale Therapie mit antibiotischen Ohrentropfen oder ein Vermeiden der Allergene sind notwendig. Eine tägliche Kontrolle und bei Bedarf Reinigung der Ohren kann vorbeugend wirken oder zumindest dabei helfen, das vorliegende Problem schneller zu erkennen.

Die Checkliste für ein gesundes Malteser-Hundeleben

Wenn der Malteser auch ein meist gesunder und robuster Hund ist, ohne die richtigen Pflegemaßnahmen kann die ansonsten starke Widerstandskraft schnell geschwächt werden. Zu diesen gehören:

- Tägliche Fellpflege
- Tägliche Kontrolle und bei Bedarf Reinigung von Augen, Zähnen und Ohren
- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen
- Ausreichend Bewegung
- Angemessene und ausgewogene Ernährung
- Regelmäßige Impfungen und Entwurmungen
- Tägliche Zuwendung


Was gehört in die Hausapotheke für den Malteser und warum benötige ich diese?

- Pinzette
- Zeckenkarte
- Blutstillende Watte
- Verbandsmaterial
- Desinfektionsmittel
- Weiche, fusselfreie Tücher
- Augenreiniger
- Ohrenreiniger
- Wundsalbe
- Kleine Taschenlampe
- Saugfähige Unterlagen


Eine festsitzende Zecke, ein Schnitt oder Kratzer oder eine abgebrochene Kralle – selbst bei größter Vorsicht und bester Pflege können Verletzungen oder Parasiten auftreten.

Eine umfassend ausgestattete Malteser Hausapotheke – mit Hilfsmitteln, die zur Größe des Vierbeiners passen – kann hier bei der Behandlung helfen.

Oder zumindest während der Zeit bis zum Tierarztbesuch die entsprechende Versorgung sicherstellen.