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Eine der ältesten Hunderassen der Welt: der Malteser

Schon bei den alten Ägyptern wurde der Malteser verehrt und war Haustier der königlichen Familie des Pharaos.

So zumindest vermutet man. Denn im Grab Ramses II wurden Figuren aus Naturstein entdeckt, die dem Malteser wie wir ihn heute kennen recht ähnlich sehen.

Auch in Griechenland wurden Abbildungen dieser Rasse auf diversen Keramiken gefunden, die auf etwa 500 v.Chr. zurückdatiert werden.

Außerdem stehe dort das Wort “Melitae” neben einem der Hunde geschrieben, was für die spätere Namensgebung ein Grund gewesen sein könnte. In der griechischen sowie römischen Antike finden sich zudem zahlreiche Beschreibungen der damaligen Malteser-Rasse in Schriftstücken von Poeten, Philosophen und Historikern jener Zeit.


Kommt der Malteser aus Malta?

Obwohl der Name dies vermuten lässt, ist nicht endgültig geklärt, ob die Rasse tatsächlich von der kleinen Insel Malta vor der Küste Siziliens stammt.

Im Gegenteil: Die Herkunft des Maltesers ist nach wie vor umstritten. Es könnte sich auch um eine Verwechslung mit der Insel Melitaea gehandelt haben (heute Mljet), die möglicherweise ursprünglich einmal Namensgeber war und aus der fälschlicherweise die Bezeichnung Malteser hervorging.

Beiden Inselnamen gemeinsam ist jedoch, dass sie wie viele andere maritime Ortsbezeichnungen im Mittelmeerraum ihre Wurzeln in dem semitischen Wort “màlat” haben.

Dies bedeutet Zuflucht oder auch Hafen. Und genau dort soll der Vorfahre des Maltesers gelebt haben: In den mediterranen Küstenstädtchen und Hafenvierteln.

Anfänglich vermutlich als Rattenfänger eingesetzt, eroberte er aber schon bald mit seinem niedlichen Aussehen und den dunklen Knopfaugen die feine Gesellschaft und wurde dort zu einem beliebten Schoßhund.


In der Aristokratie zu Hause

Nicht nur die Pharaonen Ägyptens wussten den schönen und schlauen Hund zu schätzen. Der römische Kaiser Claudius soll ebenfalls einen Malteser sein Eigen genannt haben.

Als die Rasse schließlich vom Mittelmeerraum aus auch den Rest Europas eroberte, entdeckte der englische Adel unter der Herrschaft König Heinrich VIII den Zwerghund für sich und der Malteser zog sogar ins Königshaus ein.

Heinrich selbst, Maria Stuart, Königin Victoria und Elisabeth I waren allesamt Malteser-Besitzer.

Vertreter der französischen Aristokratie mit Schwäche für den niedlichen Hund waren hingegen Königin Marie Antoinette und Josephine Bonaparte.

Doch auch sonst war der Malteser ein Statussymbol und Haustier der feineren Gesellschaft. Schon die römischen Edelfrauen trugen ihn mit sich rum und aus dem einstigen Hafenhund wurde eine Rasse, die eine Zeit lang exclusiv für den Adel und dessen Erheiterung gezüchtet wurde.

Theorien zu Ursprung und Verbreitung des Maltesers

Obwohl heute allgemein die Ansicht gilt, dass der Malteser ursprünglich aus dem zentralen Mittelmeerraum stammt, ist nicht vollständig aufgeklärt von wo genau. Die Rasse ist einfach zu alt, weshalb sich keine genaueren Aufzeichnungen über die Entstehung finden lassen.

Es gibt jedoch verschiedene Theorien und Meinungen über die Herkunft.

- Es soll im alten Griechenland eine sehr kleine Hunderasse gegeben haben mit langem weißen Fell. Die Rasse verbreitete sich nach und nach im gesamten Mittelmeerraum und gelangte durch Kaufleute schließlich auch nach Großbritannien, wo der Malteser durch gezielte Züchtungen weiter verbessert wurde und das Aussehen erlangte, wie es heute Standard ist.

- Eine andere Vermutung lautet, dass der Vorfahre des Maltesers durch römische Legionäre bereits im 1. Jahrhundert n.Chr. seinen Weg ins Vereinigte Königreich fand.

- Eine weitere Theorie besagt, dass die ursprüngliche Heimat Ägypten war und die Rasse durch Handelsschiffe auf diverse Mittelmeerinseln und in den Osten gelangt sei.

- Einige verlegen den Ursprung sogar nach Tibet oder China, was jedoch als unwahrscheinlich gilt. Denn der Malteser hat unter seinem langen Haarkleid keine Unterwolle und wäre somit für ein Leben in kalten Regionen nicht geeignet. Deshalb ist eine Entstehung der Rasse im warmen Mittelmeerklima wahrscheinlicher. Vermutlich wurde er von Kaufleuten in den asiatischen Raum eingeführt, und dort als Gastgeschenk an adlige oder einflussreiche Personen vergeben. Dies würde seine Verwandtschaft zum Tibet Terrier erklären.

Während der Malteser also schon vor langer Zeit rege Verbreitung in Europa und Asien fand, gelang ihm der Sprung über den großen Teich in die Vereinigten Staaten und Kanada erst im späten 18. Jahrhundert.

Als im 19. Jahrhundert schließlich die ersten Zuchtverbände und Vereine in Großbritannien gegründet wurden und der englischen Kennel Club entstand, gab es viele Diskussionen, ob der Malteser bei den Terriern oder den Spaniels zuzuordnen sei. Eine Einigung erfolgte erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Diese lautete: Der Malteser ist eine eigenständige Rasse.

Aus der Geschichte wird abgeleitet, dass die Malteser gemeinsame Vorfahren mit Spitz, Spaniel und Terrier haben, aus denen sich im Verlauf verschiedener Zuchtbemühungen aber unterschiedliche Rassen entwickelt haben.

Neben den bereits erwähnten Tibet Terriern wird den Maltesern noch ein Verwandtschaftsverhältnis zu folgenden Hunden zugeschrieben:

- Pekinese
- Bichon Frisé
- Bologneser
- Löwchen
- Tibet Spaniel
- Lhasa Apso
- Coton de Tulear
- Havaneser


Andere Namen für den Malteser

Bevor der Malteser seinen heutigen Namen erhielt, gab es im Laufe seiner Entstehungsgeschichte verschiedene Bezeichnungen für ihn.
Einige davon zeugen von Verwandtschaftverhältnissen mit anderen Hunderassen.

- Bichon
- Kleiner Löwenhund
- Strubbel-Hund
- Schockhund
- Melitae
- Comforter
- Sanfter Spaniel
- Hund des antiken Malta